Die Aktionäre der enalpin AG und zahlreiche Gäste blickten an der ordentlichen Generalversammlung 2026 in Visp auf ein anspruchsvolles Geschäftsjahr zurück. Trotz ausserordentlicher Naturereignisse und hoher Anforderungen an Betrieb und Infrastruktur verzeichnet die enalpin AG ein gutes Ergebnis. Zudem kündigte CEO Michel Schwery einen Wechsel in der Geschäftsleitung an.
Das Jahr 2025 war im Oberwallis geprägt von Extremniederschlägen, Murgängen sowie dem Gletscher- und Bergsturz im Lötschental. Diese Ereignisse stellten die Energieversorgung vor aussergewöhnliche Herausforderungen. Dank der engen Zusammenarbeit zwischen Gemeinden, kantonalen und eidgenössischen Behörden sowie den beteiligten Partnern konnten diese herausfordernden Situationen erfolgreich bewältigt werden. Besonders hervorzuheben ist der grosse Einsatz der Mitarbeitenden: Mit hoher Fachkompetenz, Engagement und Verantwortungsbewusstsein leisteten sie unter anspruchsvollen Bedingungen einen entscheidenden Beitrag zur Stabilisierung und schrittweisen Wiederherstellung der Stromversorgung.
Im Berichtsjahr produzierte enalpin insgesamt 814 Millionen Kilowattstunden Strom aus Wasser- und Solarenergie aus eigenen Anlagen und Beteiligungen. Trotz temporärer Produktionsausfälle infolge der Naturereignisse leistete das Unternehmen damit einen wichtigen Beitrag zur Versorgung der Oberwalliser Gemeinden, Energieversorger und Grosskunden.
Ein Schwerpunkt lag im vergangenen Jahr auf dem weiteren Ausbau der regionalen Energieinfrastruktur. Im Oberwallis betreibt enalpin heute fünf Wärmenetze, die auf lokalen, erneuerbaren Energiequellen basieren. Zu den zentralen Projekten im vergangenen Jahr zählt die neue Wärmezentrale in Saas-Fee, die im Herbst 2025 in Betrieb ging.
Parallel wurde die Solarstromproduktion weiter ausgebaut: Rund 60 Photovoltaikanlagen erzeugen Strom direkt vor Ort. Ergänzt wird das System durch Speicherlösungen wie die neue Grossbatterie in Ackersand, die zur Flexibilisierung, zur Netzstabilität und zur besseren Integration erneuerbarer Energien beiträgt.
Mit einem Jahresergebnis von 50,5 Millionen Franken blickt die enalpin AG auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Für die Jahre 2026 bis 2028 sind Investitionen von insgesamt 144 Millionen Franken geplant: 97 Millionen fliessen in die Modernisierung der Netze und Produktionsanlagen zur Sicherung der regionalen Versorgung. Weitere 47 Millionen sind für den Ausbau von Wärmenetzen sowie Photovoltaikanlagen auf Dächern und Freiflächen in der ganzen Schweiz vorgesehen. Zudem sind Investitionen in Grossbatteriespeicher geplant.
Generationenwechsel: Martin Gattlen wird neuer CEO der enalpin
Michel Schwery, der aktuelle CEO der enalpin AG, schliesst die Generalversammlung mit einer wichtigen Mitteilung: In Übereinstimmung mit dem Verwaltungsrat übergibt er die Leitung der enalpin per 1. Mai 2026 an Martin Gattlen und Samuel Wyer.
Gattlen, der bisherige Leiter der Finanzen, wird neuer CEO, Samuel Wyer, der den Bereich Dienste leitet, übernimmt seine Stellvertretung. Martin Gattlen aus Bürchen und Samuel Wyer aus Visp sind beide seit vielen Jahren bei enalpin und auch schon seit längerem Mitglieder der Geschäftsleitung.
Nachdem Michel Schwery im Oktober 2024 zum Vorsitzenden der Geschäftsleitung der naturenergie gruppe ernannt wurde, haben die beiden einen Grossteil der Geschäfte im Wallis übernommen. «Ich war immer noch sehr nahe am Geschäft und wir haben alle wichtigen Entscheide gemeinsam gefällt», blickt Schwery auf diese Zeit zurück. «Diese enge Zusammenarbeit in den vergangenen anderthalb Jahren hat mir gezeigt: Martin und Samuel haben die Kompetenzen, die Erfahrung und auch das notwendige Gespür für unsere Region, um die enalpin in die Zukunft zu führen. Ich habe volles Vertrauen und bin sicher, dass sie die enalpin mit dem gleichen Sinn für Tradition und Innovation weiterführen werden, wie ich das in den vergangenen vierzehn Jahren gemacht habe. Mit der enalpin als Partnerin der Gemeinden in unserem Versorgungsgebiet. Als Partnerin, die gemeinsam mit der Bevölkerung und auf Augenhöhe mit allen Beteiligten daran arbeitet, die Energieversorgung und das Leben hier in der Region langfristig zu sichern», sagte Schwery an der Generalversammlung.
«Meine Nachfolger stehen vor der spannenden Aufgabe, die Energiewende hier im Wallis in Zusammenarbeit mit den Gemeinden immer wieder neu zu denken und langfristig zu sichern. Ich habe volles Vertrauen in die beiden und freue mich darauf, zu sehen, wie sie die enalpin in die Zukunft führen werden.»
Michel Schwery
Schwery bleibt Vorsitzender der Geschäftsleitung der naturenergie holding AG, der Muttergesellschaft der enalpin mit Sitz in Laufenburg (Schweiz). Der enalpin bleibt er zudem als Mitglied des Verwaltungsrats erhalten.
